Warum wird Klassenmusizieren als „pädagogisch besonders wertvoll“ diskutiert?

 

Langzeitstudien an Berliner Grundschulen in den 90er Jahren haben gezeigt, dass die Kinder trotz zusätzlichen Zeitaufwandes durch das tägliche Üben in ihrem Sozialverhalten, in der Konzentrationsfähigkeit und nicht zuletzt in ihren Leistungen in anderen Fächern eine deutlich bessere Entwicklung gezeigt haben. Denn so wie man Ausdauer und Geduld benötigt um ein Instrument zu erlernen, braucht man einen langen Atem um z.B. Englischvokabeln zu pauken. Es fördert also auch im hohen Maße die Selbstdiziplin.

Was aber auch wichtig ist: Wer zusammen musiziert, hat weniger Aggressionen.

Der Umgang der Kinder untereinander wird durch gemeinsames Musikmachen ausgeglichener, sie lernen sich in eine Gruppe zu integrieren, Rücksicht zu nehmen, aufeinander zu hören und die Bedürfnisse der anderen besser wahrzunehmen. Auch die Ablehnung und Ausgrenzung von Mitschülerinnen und Mitschülern ist geringer. Ein intensives Wir-Gefühl entwickelt sich.

Mit dem Erlernen eines Instrument wird den Kindern eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung mitgegeben, denn sie können sich somit ortsansässigen Posaunenchören oder Feuerwehrkapellen etc. anschließen. Eine Bläserklasse strahlt somit auch in die Region aus und fördert das Laienmusikwesen.