|
|
SketchLahde School Checkdam
Personen: Sprecher, Bauer Thanabhai, weitere 5 Bauern
Sprecher: Im Oktober 2003 treffen sich in Sabarkantha im Dorf Navagam die Bauern des Dorfes. Nachdem sie einige Dorfangelegenheit besprochen haben, hat Bauer Thanabhai einen Vorschlag. Thanabhai: Zum Schluss möchte ich noch einen Vorschlag machen. Auch in Navagam sollte es einen großen Checkdam geben wie in Badwaj den Ruth-Damm. Wir sollten zu Fr. Peter gehen und ihn darum bitten. Sprecher: Es folgt eine erregte Diskussion. Bauer 1: Einen Checkdam brauche ich nicht. Ich habe genug Wasser in meinem Brunnen für meine Felder. Bauer 2: Außerdem hat es dieses Jahr guten Monsunregen gegeben. Das wird im nächsten Jahr auch so sein. Bauer 3: Ich finde Tanabhai hat Recht. Das ist ein guter Vorschlag. Bauer 4: Was haben die Bauern in Badwaj davon? Neben der Arbeit auf dem Feld mussten sie noch den Damm bauen. Wisst ihr, wie viel Arbeit das ist? Ich habe davon gehört. Zuerst mussten sie sprengen, dann den Schutt wegtragen, graben für die Fundamente, Zement anrühren, mauern usw. Ich habe dafür keine Zeit. Schließlich muss ich mich noch um meine Felder und meine Familie kümmern. Bauer 3: Aber Fr. Peter zahlt uns Geld für die Arbeit! Und das können wir doch immer gebrauchen. Bauer 1: Geld kann ich schon gebrauchen, aber meine Ernte wird in diesem Jahr so gut sein, dass ich viel davon verkaufen kann. Also bin ich auf sein Geld nicht angewiesen. Thanabhai: Und wenn der Monsunregen im nächsten Jahr wieder so schwach ist oder gar nicht kommt wie in den Jahren vorher? Dann können wir nichts ernten und können keinen Reis oder Mais verkaufen. Was dann? Bauer 5: Richtig, drei Jahre hat es fast nicht geregnet. Bauer 2: Auch ein Damm kann den Regen nicht herbeiholen. Der kommt oder kommt nicht. Daran können wir doch nichts ändern. Das war schon immer so. Thanabhai: Das stimmt, aber wir können was tun um das Regenwasser aufzuhalten. Sprecher: So geht die Diskussion noch länger weiter. Schließlich werden drei Bauern ausgewählt, die in den nächsten Tagen nach Badwaj gehen sollen, um sich dort über die Vor- und Nachteile des Dammes zu informieren.
2. Szene: In Badwaj (Schüler mit Schild über die Bühne)
Personen: Sprecher, Thanabhai, Bauer 2+3 aus Navagam, 3 Bauern aus Badwaj
Tanabhai: Wir sind aus Navagam zu euch gekommen, weil wir von dem Steindamm in eurem Dorf gehört haben und überlegen, ob wir bei uns auch so einen Damm haben wollen. Bauer 1(B): Das ist eine gute Idee. Geht zu Fr. Peter nach Meghraj und bittet ihn darum. Bauer 2: Aber hat so ein Damm überhaupt irgendwelche Vorteile? Bauer 2(B): Aber klar! So viel Wasser wie jetzt hatten wir noch nie in unseren Brunnen. Bauer 3: Es hat in diesem Jahr auch mal wieder richtig geregnet. Bauer 2(B): Das stimmt, aber ich habe jetzt noch 7 Meter Wasser im Brunnen. So viel war das sonst nicht. Außerdem steht noch Wasser vor dem Damm. Unsere Frauen waschen ihre Wäsche dort, die Kinder vergnügen sich im Wasser. Und – stellt euch vor – es gibt kleine Fische vor dem Damm. Wir können ja gleich einmal hingehen, damit ihr alles mit euren eigenen Augen seht. Dann werdet ihr sicher für solch einen Damm sein. Bauer 3(B): Ich werde im Winter Weizen säen und sicher eine gute Ernte haben, denn ich kann die Felder regelmäßig bewässern. Sprecher: Die Bauern aus Navagam staunen. Bauer 1(B): Außerdem verdient ihr Geld mit dem Bau und Geld können wir doch immer gebrauchen. Stellt euch vor, einer aus eurer Familie wird krank, vielleicht schwer krank – was ich euch natürlich nicht wünsche – er muss vielleicht zum Arzt oder sogar ins Krankenhaus. Dann habt ihr Geld es zu bezahlen. Bauer 3(B): Wenn ihr Zweifel habt, dann geht nach Dhandia und redet mit den Bauern dort. Sie haben im Jahr 2000 einen festen Steindamm gebaut und haben im letzten Jahr 2002 eine Menge geerntet, obwohl es kaum geregnet hatte. Bauer 2: Aber wie kommt das Wasser, wenn es vor dem Damm steht, von dort überhaupt in unsere Brunnen? Bauer 1(B): Das kann ich dir schnell erklären. Das Wasser bleibt vor dem Damm stehen und versickert langsam. So kommt es in das Erdreich. Dadurch steigt der Grundwasserspiegel, so dass die Brunnen wieder vom Grundwasser gefüllt werden können. Bauer 2: Gut, das klingt einfach. Das habe ich verstanden. Aber so einen Damm zu bauen ist doch nicht nur viel Arbeit, sondern auch sicher sehr schwierig. Wir haben so etwas noch nie gemacht. Bauer 2(B): Stimmt, aber Fr. Peter kennt sich damit gut aus. Beim Bau kommt er regelmäßig vorbei, gibt Ratschläge, erklärt die Arbeiten. Ihr werdet sehen, es ist nicht schwierig. Sprecher: Nachdem die Bauern aus Navagam sich den Ruthdamm in Badwaj angesehen haben, gehen sie von dem Plan überzeugt zurück nach Navagam. Dort berichten sie der Dorfversammlung. Schließlich sind alle mit dem Plan einverstanden. Es werden drei Leute gewählt, die in Meghraj mit Fr. Peter reden sollen.
3. Szene: Gespräch in Meghraj (Schüler mit Schild über die Bühne)
Personen: Sprecher, Fr. Peter, Bauer Maganbhai, zwei weitere Bauern aus Navagam
Sprecher: Nach einigen Tagen kommt es zum Gespräch der Bauern mit Fr. Peter in dessen Haus in Meghraj. Nach einer ausführlichen Begrüßung und einer Tasse Tee kommt die Abordnung aus Navagam zur Sache. Bauer 1: Fr. Peter, wir kommen heute zu dir mit einem wichtigen Anliegen. In einer Dorfversammlung haben wir beschlossen, dich zu bitten auch in Navagam einen Steindamm zu bauen. Peter: Schön, wie stellt ihr euch das vor? Bauer 2: Wir haben mit den Leuten in Badwaj geredet und sie haben uns von den Erfolgen des Damms erzählt. Wir haben nur gestaunt. Peter: Aber wo soll der Damm stehen? Einer oder mehrere von euch müssen Land zur Verfügung stellen, das dann ja auch nicht mehr bebaut werden kann. Maganbhai: Auch das haben wir überlegt. Es gibt doch das breite Tal mit dem großen Mahuda Baum. Dort ist eine alte Trockenmauer aus Steinen. Dort soll der Damm stehen. Peter: Und wem gehört das Land? Maganbhai: Mir! Im Monsun kommt von den Hügeln sehr viel Wasser durch das Tal. Der Platz ist deshalb bestimmt geeignet. Ich stelle das Land auch gern zur Verfügung. Peter: Diese Stelle kenne ich. Da ist ja auch direkt die Straße, so dass man – wenn nötig – mit einem Lastwagen direkt hinkommen kann. Der Platz ist sicher gut. Aber wisst ihr auch, dass der Bau viel Arbeit von euch verlangt, zusätzlich zu der Arbeit auf den Feldern? Bauer 1: Das wissen wir. Aber wenn alle aus dem Dorf mitmachen, wird das schon klappen. Wir werden uns gegenseitig helfen. Peter: Ich sehe, ihr habt euch schon gut informiert und über vieles nachgedacht. Ich werde also in den nächsten Tagen nach Navagam kommen. Dann können wir uns die Stelle ansehen und weiter überlegen. Sprecher: Die Bauern aus Navagam gehen nach Hause und berichten den anderen in ihrem Dorf. Schließlich wird zusammen mit Fr. Peter in einer Dorfversammlung der Beschluss gefasst, am vorgeschlagenen Platz einen kombinierten Erd- und Steindamm zu bauen. Der benötigte Überlauf soll aus Ziegeln gemauert werden. Die Arbeiten am Erddamm beginnen im Dezember 2003.
4. Szene: Bau des Lahde – Damms in Navagam (Beamer)
Sprecher: Als Fr. Haber während ihrer Sabarkantha – Reise am 25.12.2003 das Dorf Navagam mit Fr. Peter und Herrn Wichmann besuchte, waren die Arbeiten am Damm in vollem Gange. Hier ein paar Ausschnitte: Ausschnitte aus dem Video: Lahde – Damm im Bau
5. Szene: Schwierigkeiten beim Bau des Steindammes (Bilder)
Sprecher: Natürlich lief nicht alles ohne Probleme. Fr. Peter berichtete von manchen Schwierigkeiten, die wohl vor allem beim Bau des Steindammes auftraten. Zuerst war der Boden vor dem Damm noch zu weich, so dass der Zement nicht mit dem LKW geliefert werden konnte. Dann war der benötigte Zement zu teuer und sie warteten auf günstigere Preise. Dann als gerade alles bereit war, stellt sich heraus, dass der Brunnen in der Nachbarschaft nicht mehr das notwendige Wasser zum Anrühren des Zements liefern konnte. So entschloss man sich durch Sprengung den Brunnen zu vertiefen. Das brachte aber erst beim 2. Mal Erfolg und war ziemlich teuer. Als der gemauerte Überlauf halb fertig war, war Hochzeitszeit. Kein Arbeiter hatte Zeit. Es gab Wichtigeres. Die folgenden Bilder zeigen, dass der Damm, der heute den Namen unserer Schule trägt, doch rechtzeitig fertig wurde.
Ihr seht jetzt ein kurzes Video, das Fr. Peter aus Indien mitgebracht hat. Es zeigt Bilder vom Bau des Dammes und Bilder aus der Monsunzeit
Video vom fertigen Damm (Beamer)
|